Vermittelt schon der Anblick der Ruinen einen starken Eindruck, so ist die große historische Bedeutung dieses Platzes erst im Laufe der seit 1953 hier durchgeführten Ausgrabungen erkannt worden. Im Innenraum wurde ein Bauensemble von ca. 4000 m² Grundfläche entdeckt. Die meisten Räume waren mit Fußbodenmosaiken, mit farbig verputzten oder marmorverkleideten Wänden ausgestattet, die von Säulengängen umgebenen Höfe mit verschiedenfarbigen Marmorplatten ausgelegt.
Die streckenweise noch meterhoch aufrecht stehende Umfassungsmauer kann dem modernen Besucher noch eine gewisse Vorstellung von der ehemaligen Großartigkeit der Anlage vermitteln, nicht aber von ihrer Schönheit und Farbigkeit (Foto: Archiv Gamzigrad).
Das über 40 m lange und 8 m breite Vestibül des Palastes war vollständig mit einem mehrfarbigen Fußbodenmosaik ausgelegt. In der Mitte befand sich die Darstellung eines von einer Stadtmauer umgebenen Labyrinths, über dessen tiefere Bedeutung der Betrachter in Ruhe nachdenken kann (Foto: S. Petkovic).
Dass es sich hierbei um ein kaiserliches Anwesen, einen Palast handelt, schien ein Fund zu bestätigen, der unter der Grabungsleitung von Dragoslav Srejovic (1931–1996) in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts zutage kam: Der Kopf einer überlebensgroßen Kaiserstatue aus rotem ägyptischen Porphyr, der alle Merkmale eines Kunstwerkes aus dem letzten Viertel des 3. bzw. frühen 4. Jahrhunderts n. Chr. aufweist. Als dann noch ein Architekturfragment vom Haupttor mit der Inschrift Felix Romuliana auftauchte, gab es keine Zweifel mehr: Dies war der Ort, den, wie antike Quellen berichten, Kaiser Galerius (293–311 n.Chr.) als Palast ausbauen ließ und nach seiner Mutter Romula benannt hat.
Dieser Kopf ist wegen seiner Überlebensgröße und des dafür verwendeten Steines - roter Porphyr aus Ägypten - als Kaiserporträt ausgewiesen. Aber zeittypische künstlerische Merkmale wie der wenig individualisierte Gesichtsausdruck machen die Entscheidung schwer, ob hier Galerius selbst oder einer seiner Kaiser-Kollegen abgebildet ist (nach Srejovic 1996).
Der glückliche Fund dieses Archivoltenfragmentes, auf dem der Ortsname Romuliana in einen Lorbeerkranz, der von zwei Pfauen flankiert wird, eingetragen ist, ermöglichte nach 30 Jahren archäologischer Forschungen die genaue Benennung des Fundplatzes (nach Srejovic 1996).
Der Höhenrücken Magura mit den dem Kaiser Galerius und seiner Mutter Romula zugeschriebenen Grabstätten bildete eine weithin sichtbare Landmarke auf dem Weg zum Palast (Foto: S. Petkovic). Hier soll Galerius auch neben seiner Mutter begraben worden sein. Auf einem kleinen Höhenrücken östlich vom Palast wurden zwei gemauerte Grabmonumente und zwei Tumuli entdeckt, die genau in der Sichtachse des Palasttores liegen. Es liegt nahe, hierin die letzte Ruhestätte für den Kaiser und seine Mutter zu sehen, aber der letzte Beweis dafür fehlt noch.
