Alte Fragen - neue Fragen
Die Einordnung der geophysikalisch prospektierten Baustrukturen in einen zeitlichen und funktionalen Zusammenhang ist nur durch die sorgfältige Freilegung und archäologische Untersuchung möglich (Foto: v. Bülow). Durch die seit über 50 Jahren durchgeführten Ausgrabungen in Romuliana ist eine der besterhaltenen tetrarchenzeitlichen Palastanlagen im römischen Reich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Aber vom Standpunkt der archäologischen Wissenschaft gibt es noch zahlreiche ungelöste Fragen, um deren Beantwortung sich seit 2004 serbische und deutsche Forscher gemeinsam bemühen.
Hauptziel der deutschen Arbeitsgruppe ist einerseits die Suche nach Siedlungsspuren in der unmittelbaren Umgebung des Palastes, die Auskunft geben können über die Einbindung des Palastes in die sozialen und ökonomischen Strukturen der umgebenden Provinz Dacia ripensis. Andererseits werden bauhistorische Forschungen durchgeführt, die zur Klärung der Entwicklungsgeschichte des Palastes selbst im Kontext mit der römischen und spätantiken Palastbaukunst beitragen sollen. Dabei arbeiten Archäologen, Architekten, Geodäten, Geophysiker, Geographen und Geologen eng zusammen und werden unterstützt von Fachstudierenden aus Serbien, Deutschland und anderen Ländern sowie von der einheimischen Bevölkerung aus Gamzigrad und Zajecar.
Die interdisziplinären Forschungen im Palast von Gamzigrad und in seinem Umfeld werden von einer international zusammengesetzten Arbeitsgruppe durchgeführt, zu der neben Spezialisten auch Studierende und verschiedene Hilfskräfte gehören (Foto: P. Grunwald).
Eine wichtige Vorarbeit für die zeichnerische Rekonstruktion und den möglichen Wiederaufbau von Palast, Tempeln und sonstigen Gebäuden in Romuliana ist die maßgenaue Zeichnung von allen noch vorhandenen Architekturelementen (Foto: U. Wulf-Rheidt).
